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Leseerlebnisse: Günter Grass: Klassiker oder Skandalautor?

Günter Grass (1927-2015) war der letzte deutsche Großschriftsteller und ein leidenschaftlicher Chronist des 20. Jahrhunderts. Er war nie unumstritten, dafür immer streitbar. Mit seinen Büchern löste er oft gesellschaftliche Diskussionen und Skandale aus. Man konnte ihn lieben oder hassen, aber nie ignorieren. Alice Schwarzers Zeitschrift „Emma“ kürte Grass im Juli 1977 zum „Pascha des Monats“. Sein spätes Bekenntnis, als Jugendlicher Mitglied der Waffen-SS gewesen zu sein, löste eine weltweite Debatte aus. Kritiker stellten seine moralische Integrität und Glaubwürdigkeit infrage. Sein Debütroman „Die Blechtrommel“ (1959) gehört zu den meistgelesenen Romanen der deutschen Nachkriegsliteratur. Die Verfilmung von Volker Schlöndorff war der erste deutsche Film, der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde und außerdem noch die Goldene Palme erhielt. Jede Veröffentlichung war ein kulturelles Ereignis, fast jedes seiner Bücher sorgte für eine breite öffentliche Debatte. Es gab Versuche, einige seiner Werke auf den Index zu setzen, die heute Schullektüre sind. 2007 wurde „Ilsebill salzte nach“ als schönster erster Satz gekürt, ein Beispiel dafür, wie sehr Grass‘ Werke nachwirken, für die er 1999 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Was bleibt von Grass?

Referent: Dr. Alwin Müller-Jerina.

In Kooperation mit der Volkshochschule Neuss. Die Anmeldung erfolgt ausschließlich über die Homepage der VHS.

Kursgebühr: 27,48 Euro. Die Veranstaltung findet unter den aktuellen Voraussetzungen der Corona-Schutzverordnung statt.

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Datum

19.02.22

Veranstaltungsort

Romaneum, Raum E.127 Brückstr. 1 41460 Neuss

Zielgruppe

Erwachsene

Kontakt

02131 / 90-4242 bibliothek@stadt.neuss.de