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22. Literarischer Sommer – 22e Literaire Zomer

Logo des 22. Literarischer Sommers

Der diesjährige Literarische Sommer / Literaire Zomer entwickelt sich zu einem Literaturfestival der Superlative. Noch nie haben mehr Städte teilgenommen und noch nie gab es mehr Veranstaltungen, als in diesem Jahr.

Nachdem das internationale Literaturfestival – dessen Gesamtverantwortung weiterhin in den Händen der Stadtbibliothek Neuss liegt – im vergangenen Jahr Corona-bedingt etwas kleiner ausfiel als üblich, wird die 22. Auflage noch größer als in den Vorjahren. Insgesamt nehmen 20 Städte am diesjährigen Literarischen Sommer / Literaire Zomer teil, so viele wie nie zuvor. Neben den „alten Hasen“ Aachen, Amsterdam, Bedburg-Hau, Düsseldorf, Eijsden, Heerlen, Kerkrade, Korschenbroich, Krefeld, Mönchengladbach, Neuss, Rommerskirchen, Vaals, Valkenburg und Venlo sind in diesem Jahr erstmalig Düren, Köln und Willich auf deutscher Seite, Margraten in den Niederlanden und Genk in Belgien dabei.

Auch das Programm wurde gegenüber den Vorjahren deutlich erweitert; 52 verschiedene Veranstaltungen auf Deutsch und Niederländisch erwarten die Interessierten dies- und jenseits der Grenzen. Hierzu zählen Lesungen und Gespräche mit Autor*innen, Übersetzer*innen und Literaturfachleuten über aktuelle Prosa und Lyrik. Auch die beliebten literarischen Spaziergänge finden wieder statt, wurden aktualisiert bzw. erweitert um neue Spaziergänge in Düren, Düsseldorf und Köln. Ebenfalls neu ist eine deutsch-niederländische Online-Lesung, die während des gesamten Literaturfestivals über die Website zugänglich ist.

Die Auftaktveranstaltung findet am 6. Juli in Mönchengladbach statt; dort wird Arnon Grünberg seinen neuen Roman „Besetzte Gebiete“ vorstellen. Wer den namhaften niederländischen Autor (er stand 2015 im Mittelpunkt von „Neuss liest“) in Neuss erleben möchte, hat dazu am 7. Juli um 19.00 Uhr die Möglichkeit, wenn Grünberg die Neusser Veranstaltungen Open-Air im „Kulturgarten“ am Globe eröffnet. Die tragischkomische Geschichte des Antihelden Kadoke in „Besetzte Gebiete“ verwebt schonungslose Gesellschaftskritik, historische Analyse und die Untersuchung tiefmenschlicher, existenzieller Fragen. Grünbergs neuer Roman ist herzzerreißend und komisch, gespickt mit skurrilen Situationen und realen Problemen.

Das Neusser Programm wird am 22. Juli um 19:30 Uhr in der Stadtbibliothek fortgesetzt mit Christoph Peters, der sein aktuelles Buch „Dorfroman“ vorstellt. Einfühlsam und packend erzählt Peters von den inneren Zerreißproben eines jungen Mannes und eines ganzen Dorfes am Niederrhein. Es ist der große Roman über den turbulenten Aufbruch in die heutige Bundesrepublik Deutschland.

Am 5. August wird Charlotte Van den Broeck um 19:30 Uhr (ebenfalls in der Stadtbibliothek) ihr erstes Prosawerk „Wagnisse“ vorstellen. Nachdem sich die Flämin zuvor in der niederländischen Literaturszene vor allem durch ihre Lyrik einen Namen machte und vielfach ausgezeichnet und übersetzt wurde, hat sie mit „Wagnisse“ ein beeindruckendes Werk veröffentlicht. Einer investigativen Journalistin gleich, recherchiert Charlotte Van den Broeck Leben und Wirken von Architekten sowie finanzielle und gesellschaftshistorische Umstände von Bauvorhaben, die grandios scheiterten. Die Autorin erschafft eine Mélange aus Autobiografie, Geschichtsschreibung, Journalismus, Tagebuch und Essaysammlung, welche nicht nur Genre, sondern auch Stimmen eint. Unterhaltsam, elegant, berührend, neugierig und sinnlich zugleich zeigt sich das Buch über die Kühnheit und das Scheitern, über das Leben und die Kunst.

Am 18. August wird es um 18.00 Uhr zum letzten Mal eine Lesung aus J.J. Voskuils „Das Büro“ geben. Der siebte und letzte Band bildet den Abschluss der Ringlesung, die in diesem Jahr im Hof des „Rheinischen Schützenmuseums“ an der Oberstraße stattfindet. Im Open-Air-Büro wird Markus Andrae (Theater am Schlachthof) den skurrilen Episoden des Protagonisten Maarten Koning im Amsterdamer Volkskundeinstituts seine wortgewaltige Stimme verleihen.

Die Neusser Veranstaltungen enden am 24. August um 18.00 Uhr mit der Lesung von Ronya Othmann, die ihr Erstlingswerk „Die Sommer“ im Clemens Sels Museum Neuss vorstellt. Die für ihre Prosa, Essays und Lyrik vielfach ausgezeichnete Autorin nimmt die Leser*innen mit in ein Dorf in Nordsyrien, nahe zur Türkei. Jeden Sommer verbringt die Protagonistin Leyla dort. Sie kennt seine Geschichten. Sie weiß, wo die Koffer versteckt sind, wenn die Bewohner*innen wieder fliehen müssen. Othmanns Debütroman ist voller Zärtlichkeit und Wut über eine zerrissene Welt. Der Veranstaltung vorgeschaltet ist um 17.00 Uhr eine öffentliche Kuratorenführung mit Dr. Carl Pause durch die aktuelle Ausstellung „INTER NATIONES“: Hierfür ist eine gesonderte Anmeldung erforderlich, da die Anzahl der Plätze begrenzt ist.

Weitere Informationen zum Festivalprogramm sind auf der Website literarischer-sommer.eu zu finden. Hierrüber ist es auch möglich, Karten für die Veranstaltungen zu buchen, dies ist in diesem Jahr ausschließlich online möglich. Über die Website werden auch eventuelle Corona-bedingte Programmänderungen mitgeteilt. Unverändert sind die Eintrittspreise: Normalpreis je Karte € 10,- und ermäßigt € 8,-.

Auch in diesem Jahr wird der Literarische Sommer / Literaire Zomer gefördert durch das NRW KULTURSekretariat, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, das Königreich der Niederlande und das Literaturbüro Euregio Maas-Rhein. Als langjähriger Medienpartner begleitet der WDR5 das Festival.