Stahl, Enno

Enno Stahl
















Enno Stahl
wuchs auf in Moers am Niederrhein. Nach dem Abitur studierte er Germanistik, Philosophie und Italienisch in Aachen, Köln, Florenz und Siegen und wurde 1997 zum Dr. phil. promoviert. Seit Mitte der 1980er Jahre veröffentlicht er in Zeitungen und Sendern (DLF, WDR, FAZ, Die Zeit, KStA, Rheinische Post, Jungle World, Freitag, junge welt u.v.m.) sowie in Zeitschriften u. Anthologien (ndl, manuskripte; Das Gedicht; Der neue Conrady. Das grosse dt. Gedichtbuch).
Mitherausgeber der Literaturzeitschrift ZeilenSprung (1985–1991), 1988 ging daraus der Independent-Verlag KRASH hervor (seit 2004 die Lyrikreihe KRASH Neue Edition). Enno Stahl organisierte diverse Performance-Shows und Live-Literatur-Reihen, u.a. die erste Deutsche Literaturmeisterschaft "Dichter in den Ring!" (1993), zugleich erster Poetry Slam auf deutschem Boden. Enno Stahl war Mitglied der Kölner "Kunstpiraten" (1990–1994), der Rheinischen Fundamentalisten (1995–1999) sowie Mitbegründer der Autorenvereinigung Rheinische Brigade (2001-2003). Von 2005 bis 2011 war er Organisator der Lesebühne am Brüsseler Platz, einer monatlichen Lesungsreihe in Köln. Seit 2011 ist er Mitorganisator des LiteraturClubDüsseldorf (LCD).
Stahl nahm an zahlreichen internationalen Literatur- und Performance-Festivals teil, wo er aus englischen oder italienischen Übersetzungen seiner Prosa und Lyrik las bzw. seine Version der LAUT!Dichtung präsentierte.
Enno Stahl wohnte von 1983 bis 2008 in Köln, jetzt in Neuss-Holzheim. Er arbeitet am Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf.
http://www.ennostahl.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Enno_Stahl

Stipendien u. Preise
2008: Hörspielstipendium der Filmstiftung NRW e.V.
2004: Preis der Schwartzkopff Buchwerke
2003: Auswahl beim Essay-Wettbewerb der Heine-Gesellschaft, Düsseldorf
2002: Sieger der Sparte Experiment bei der Literaturbörse des Steirischen Herbst
1997: nominiert für den Förderpreis des Landes NRW
1995 u. 1996: Werkvertrag mit dem Berliner Senat für Künstlerförderung
1994: Arbeitsstipendium des Landes NRW

Buchveröffentlichungen:
Heimat & Weltall. Zwei Zyklen, Klagenfurt: Ritter Verlag 2009
Diese Seelen. Roman, Berlin: Verbrecher Verlag 2008
Der Pförtner Barnik, Erzählung, Berlin: Sukultur 2008
Popliteraturgeschichte(n). Hrsg. von Joseph A. Kruse, Düsseldorf: Heinrich-Heine-Institut 2007
Der sozial-realistische Roman, Essay, Berlin: Sukultur 2006
Literatur in Zeiten der Umverteilung, Essay, Berlin: Sukultur 2005
2PAC AMARU HECTOR, Roman, Berlin: Schwartzkopff Buchwerke 2004
Die Idioten, Erzählung, Berlin: Sukultur 2004
(kan)arische enklavn, Gedichte, Köln: parasitenpresse 2002
(& noch) eine sizilianische Reise, Novelle, Klagenfurt - Wien: Ritter 2000
PEEWEE ROCKS, Roman, Köln: KRASH 1997
Stete Geburten, Novelle, Wien: Das fröhliche Wohnzimmer 1994
Piratebrut! Po/Lit.-Prose, Köln: KRASH 1993
1 Bayerische Dynastie. Ein inzestuöser Heimatroman, Köln: KRASH 1993
TRASH ME! - 51 trashstories, Köln: KRASH 1992
ENTROPICS 1990, Köln: Verlag IL 1991
LITTER:A:TOUR. Erweiterte Literatur, Kat. u. Cass., Köln: Verlag IL 1990
2 Reisen, nachts, Heidelberg: Cracked Egg 1990
Firenze geometrica, poem in prose, Köln: KRASH 1989
Die Affenmaschine, Erzählungen, Köln: KRASH 1988

Herausgaben (Auswahl):
Partei, Partei, wer wollte sie nicht nehmen! Texte rheinischer und westfälischer Autoren in Vormärz und Revolution (Hg., m. Bernd Füllner), Münster: Ardey Verlag 2008
Karl Otten Lesebuch, (Hg.), Köln: Nyland-Stiftung 2007
Gänsehautprothesen, Anthologie (Hg. m. W. Delseit u. A. Kasnitz), Köln: Nyland-Stiftung 2006
German Trash, (Hg.), Berlin: Galrev 1996

Essays und Vorträge (Auswahl seit 2004)
Boheme in München und Berlin. Literarisches Leben zwischen Expressionismus, Club Dada und Politik, in: Hugo-Ball-Almanach N.F. 1 (2009/2010). Edition text + kritik, München.
Schleyer – Terror und Literatur. Ein Gewaltakt und seine literarisch-kritischen Repräsentationen bei F.C. Delius, Peter Jürgen Boock und Rainald Goetz, in: Norman Ächtler/Carsten Gansel (Hg.): Ikonographie des Terrors? Formen filmischer und literarischer Erinnerung an den Terrorismus in der Bundesrepublik 1978-2008 Heidelberg: Universitätsverlag Winter 2010.
Alltag ohne Arbeit? Jobs und Broterwerb in der deutschen Gegenwartsliteratur, in: Jahrbuch für Literatur und Politik (2009)
Rudolf Lorenzen, in: Kritisches Lexikon zur Gegenwartsliteratur (2009)
„Die Welt will betrogen sein, gewiss. Sie wird sogar ernstlich böse, wenn du es nicht tust.“ Walter Serner - Presse-Blague, Hochstapelei und der Nihilismus des l´ennui , in: Kultur & Gespenster 11/1 (2009)
Popliteratur – eine fragwürdige Kategorie, in: literatur für leser, H. 2 (2008), erschienen 2009
Amalgame. Geschichte, Sprache und Zeitgenossenschaft bei Thomas Kling, in: Weimarer Beiträge, 54. Jahrgang , Heft 4 (2008)
This is the end of the world as we know it. And I feel bad ... Der Faktor Arbeit – stirbt aus ..., in: Testcard. Beiträge zur Popgeschichte - #18: Regress, Mainz 2009.
Bolz, Hörisch, Kittler und Winkels tanzen Pogo - erst im Ratinger Hof, dann bundesweit, in: Kultur und Gespenster 6, Hamburg: Textem Verlag 2008
Ratinger Hof - Thomas Kling und die Düsseldorfer Punkszene, in: Pop in R(h)einkultur. Oberflächenästhetik und Alltagskultur in der Region (Hg. Dirk Matejovski, Marcus S. Kleiner u. Enno Stahl), Essen: Klartext Verlag 2008
Risikogesellschaften: Lyrik und ihre Bilder vom Sozialen, in: Bella triste 19 (Herbst 2007)
Kneipenjobber und Kulturschaffende. Pseudo-dokumentarische Arbeitsprofile im deutschen Gegenwartsroman, in: Kultur & Gespenster Nr. 3 (2007), Hamburg: Textem Verlag 2007
Aktionskunst, Schmerz und Hardcore. Extreme Positionen in der zeitgenössischen Performance, in: Testcard. Beiträge zur Popgeschichte #16: Extremismus, Mainz: Ventil Verlag 2007
Raoul Schrott [Fortschreibung], in: Kritisches Lexikon zur Gegenwartsliteratur, Lieferung 03/2007.
Albert Ostermaier. In: Kritisches Lexikon zur Gegenwartsliteratur, Lieferung 2006
Peter Waterhouse, Fortschreibung in: Kritisches Lexikon der Gegenwartsliteratur, Lfg. 2005
Matthias Altenburg, in: Kritisches Lexikon der Gegenwartsliteratur, Lfg. 2005
Befreiungsbewegungen als thematischer Subtext im Jazz, Testcard Nr. 13: Black Music (Mainz 2004)
Urbane Szenerien in der jüngsten deutschen Lyrik, in: Kritische Ausgabe. Zs. für Germanistik u. Literatur, 8. Jg. (1/2004)
Auf der Suche nach Averroës. Fundamentalisten, deutsche Sufis und andere Vexierbilder, in: Weimarer Beiträge, 50. Jg., 3/2004)


Pressestimmen (allgemein):

„Enno Stahl hat sich Anfang der 90er Jahre einen Namen als früher Slam-Poet und Trash-Literat gemacht, mit dem Roman „Seelen“ wendet er sich nun einer traditionelleren Schreibweise zu.“
(Denis Scheck)

"Auch Enno Stahl versucht, solche kompromißlose Literatur zu verbreiten... Er ist Mitbegründer des Kölner Krash-Verlags, der die "1. Deutsche Literaturmeisterschaft" organisiert hat. Lyrik auf Teppiche und Krimis auf Kopfkissen druckt - "für den gesunden Horror vorm Einschlafen."
(Der Spiegel)

"Stahl ist Verleger und Kritiker mit Germanistenvergangenheit, Herausgeber von Inutilismen-Lexika mit nicht-gebräuchlichen Neuworten und eigenhändiger Schriftbildner. Er verdrechselt kratzbürstige Haßtiraden, ekelerregende Abfallsprache, Ramsch, Reflexion, Kitsch und Kunst zu atemberaubenden Sudelprosa (...) Eine Antikunst entsteht, die nicht eben moralfrei, aber deshalb nicht weniger sympathisch ist." (TAZ)